Lernen in Computerspielen ja, aber nicht in der Schule

Das dritte Thema des Open Cours 2012 lautet: Game Based Learning. Computerspiele sind ein Bereich, den ich grösstenteils nur vom Hörensagen kenne. Zugegebenermassen habe ich mir bisher die Zeit für intensivere praktische Erfahrungen nicht genommen.
Nachdem ich mich nun etwas genauer mit dem Zusammenhang von Computerspielen und Lernen auseinandergesetzt habe, komme ich für mich zu folgender Aussage:

In Computerspielen kann man sicher viel lernen, doch zum Lernen in der Schule sind sie derzeit nicht geeignet.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich in der virtuellen Welt eines Spiels viel Wissen und gewisse Kompetenzen aneignen kann. Mit Ausnahme kleiner, einfacher Lernspielen ist mir bisher aber noch kein komplexeres Spiel begegnet, welches sich für den Einsatz in meinem Unterricht eignen würde. Viele Spiele passen vom Inhalt oder Umfang her nicht zum vorgegebenen Lehrplan der Volksschule. Computerspiele, die passend zu einem Lehrmittel entwickelt wurden, trennen meist Unterhaltungs- und Lernelementen voneinander und sind daher für Lernende nicht attraktiv.

So kommen in meinem Unterricht vorerst keine Computerspiele zum Zuge, ich bleibe aber am Thema dran und bin gespannt, was uns die nächsten Jahre bringen wird.

Wunderwaffe Tablet?

Im Zusammenhang mit meinem letzten Blogpost habe ich mir überlegt, was wäre, wenn ich morgen die Schulzimmertür öffne und davor 25 Tablets liegen; für jede Schülerin und jeden Schüler meiner Klasse eines. Diese würden sich sicher darüber freuen und ich wäre gespannt auf die ersten Erfahrungen mit Tablets im Unterricht.
Nach der ersten Freude gehen meine Gedanken aber weiter und ich Frage mich, was es neben dem Gerät selber alles braucht, um dieses gewinnbringend im Unterricht einsetzen zu können …

  • Wireless Netz: In vielen Bereichen spielt ein Tablet seine Vorteile gegenüber herkömmlichen Lehrmitteln vor allem durch den mobilen Zugang zum Internet aus. Wireless Internet müsste also in der Schule, gegen den Willen einer starken Elterngruppe und einiger Lehrpersonen, eingerichtet werden. Idealerweise sollten dann auch alle Lernenden zu Hause über ein drahtloses Netz aufs Internet zugreifen können.
  • Anwendungen: Geeignete Applikationen für die von mir unterrichteten Fächern müssten gefunden werden. Etwas vereinfacht würde dieser Schritt sicher, wenn alle Lernenden ein Tablet mit gleichem Betriebssystem erhalten haben. Doch auch in diesem Fall müssen die zum Lehrplan und den obligatorischen Lehrmitteln passenden Apps existieren.
  • Medienkompetenz: Bedienen werden die Lernenden das Gerät sicher sehr schnell können, doch wissen sie, wie damit umgehen. Die Lernenden müssen lernen, das Medium Tablet ihren Lernzielen entsprechend einzusetzen.
  • Mediendidaktik: In der Ausbildung habe ich diverse Vorlesungen zu Didaktik besucht und als Lehrperson schon einiges an Erfahrung dazu gesammelt, doch Tablet waren dabei nie Thema. So muss ich als Lehrperson lernen, wann ein Einsatz von Tablets Sinn macht, wie ich die Lernenden dabei anleiten muss und in welcher Form der Tableteinsatz stattfinden soll.

Das Gerät selber ist noch keine Wunderwaffe für den Unterricht. Es kann ein Anfang sein, doch damit die „Wunderwaffe“ auch Wirkung zeigt, ist viel mehr nötig.
Spannend zu lesen in diesem Zusammenhang ist der Vortrag von Gabi Reinmann an der Uni Trier: Tablets, Apps und das Internet der Dinge – Der weite Weg von der technischen Invention zur didaktischen Innovation

Mit dieser Auseinandersetzung möchte ich in den zweiten Teil der Doppelwoche zum Thema „Tablet Computing“ des Open Cours 2012 starten.

 

Stehen Tablets bereits vor der Schulzimmertür?

Wenn ich den Abschnitt des Horizon Report 2012 zu „Tablet Computing“ lese, tönt es, als ob Tablets direkt vor meiner Schulzimmertür stehen würden. Die Artikel (zum Beispiel: der arbeitsmarkt: Mobile Geräte verändern das Lernverhalten) und Blogeinträge (zum Beispiel: netzpiloten: Warum das iPad in deutsche Schulen gehört) die dies ebenfalls so sehen, mehren sich. Daneben höre ich immer häufiger von Versuchen mit Tablets in Schulen (eine spannende Übersicht zu Tablet-Projekten ist auf der Seite von One2One zu finden).

Wenn ich dann aber erwartungsvoll die Schulzimmertür öffne, stehen dort zwar 24 interessierte Lernende, 80% mit einem Smartphone in der Hosentasche, doch von den Tablets keine Spur. – Eine Elterngruppe wehrt sich schon seit Jahren wegen der Strahlung erfolgreich gegen Wireless-Netzwerke in den Schulen. Die Schulgemeinde überlegt sich, welche Computerprogramme aus Spargründen von den Schulgeräten gestrichen werden können. Einigen meiner Kolleginnen und Kollegen ist schon der Beamer zu viel Technik im Schulzimmer. – Von den Tablets keine Spur.

Gerade im Volksschulbereich gibt es noch eine Vielzahl von Hürden zu nehmen, bevor Tablets in den Schulzimmern Einzug halten.
Eine Möglichkeit solche Hürden zu überwinden schildert André Hermes in seinem Blogpost: „Bring your own device – Konzept oder Einführung durch die Hintertür?

„Tablet Computing“ ist der Schwerpunkt der folgenden zwei Wochen des Open Cours 2012 mit dem online Event am Mittwoch 09.05.2012 um 17.00 Uhr. – Bin schon gespannt auf die Diskussionen zu diesem Thema.

Mobile Apps – Wohin geht der Weg?

Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets verbreiten sich rasend schnell. (Mehr als 75 Prozent der zwölf bis fünfzehn Jahre alten Schülerinnen und Schüler die ich unterrichte besitzen ein Smartphone.) Vor wenigen Jahren hätten noch die wenigsten Leute gewusst was ein App (Wikipedia Artikel) ist, heute sind auf einem durchschnittlichen iPhone mehr als 50 dieser kleinen Programme installiert.
Laut dem NMC Horizon Report 2012 gelingt den mobilen Apps innerhalb der nächsten zwölf Monate auch der Durchbruch im Bildungsbereich. Daher waren diese Anwendungsprogramme unterschiedlichen Ausmasses auch erstes Thema des Open Course 2012 (opco12).

Spannend in diesem Zusammenhang fand ich die Überlegungen, in welche Art von Apps sich in den nächsten Jahren durchsetzen wird: Nativ- oder Web-Apps. Ein interessanter Überblick über die verschiedenen Technologien ist auf folgender Webseite zu finden: „Nativ versus Web – Verschiedene Ansätze bei der App-Entwicklung„.
In einem interessanten Blogpost „Mobile Apps Will Pass – History Will Repeat Itself“ geht Kyle James davon aus, dass Apps verschwinden werden und sich im Zusammenhang mit HTML5 (Wikipedia Artikel) Webseiten durchsetzen werden. Im Bildungsbereich wäre es ganz klar zu begrüssen, wenn die Entwicklung in diese Richtung geht, denn je nach Trend und Budget der Eltern treffen hier sehr unterschiedliche Endgeräte aufeinander.
Aus meiner Sicht werden jedoch die finanziellen Interessen der grossen Player in diesem Geschäft (Gerätehersteller, Betriebssystementwickler und grosse App-Entwickler) eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, welche Technologie sich durchsetzten wird.

noch ein Blog…

Ein weiterer Blog irgendwo im World Wide Web, was soll das?

Dies habe ich mich auch schon gefragt und diese Frage, bis auf einige kleinere Ausnahmen bei grösseren Reisen, jeweils negativ beantwortet. Warum starte ich heute trotzdem einen Blog?
Im Rahmen des Moduls 12 der eEducation Ausbildung an der Donau Universität in Krems habe ich mich intensiv mit persönlichem Wissensmanagement auseinandergesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich dieses bei mir bisher hauptsächlich auf den Wissenserwerb und die Organisation des neu erworbenen Wissens beschränkt. Eine eigene, öffentliche „Produktion“ von Wissen fand bisher kaum statt.
Warum auch, wer interessiert sich schon für die Gedanken eines Greenhorns im Bereich eLearning? Wahrscheinlich im Moment niemand oder zumindest fast niemand. Trotzdem habe ich erkannt, dass Wissen, welches im stillen Kämmerlein gehütet und organisiert wird, auf einem gewissen Niveau stehen bleibt. Um weiter zu kommen ist ein aktiver Austausch mit anderen interessierten Personen nötig. Im Bereich eLearning geschieht dieser Austausch zu einem sehr grossen Anteil über das Internet: Blogs, soziale Netzwerke, E-Mail, Webseiten, …
Tönt alles logisch, warum habe ich dann nicht schon früher einen Blog gestartet? Ich glaube aus Angst auf die Nase zu fliegen. Doch ich glaube der grösste Fehler ist, aus Angst Fehler zu begehen, nichts zu tun, denn wer nichts tut, bleibt stehen.

In diesem Sinne habe ich entschieden mich im Rahmen des Moduls 09 „Bildungstechnologie (Vertiefung) und dem damit zusammenhängenden Open Course 2012 (opco12) ins Blog-Abenteuer zu stürzen. Anregungen, Kritiken und Hinweise sind natürlich jederzeit sehr willkommen.